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Kanalsanierung Fachbetriebe

Diagnostik

Kanal-TV-Untersuchung: Anlass, Ablauf und Befundbericht

Bei einer Kanal-TV-Untersuchung wird eine Kamera durch die gereinigte Abwasserleitung geführt und der Verlauf aufgezeichnet. Das Ergebnis ist ein Befundbericht, der jeden Schaden mit seiner Entfernung vom Einstiegspunkt festhält — die Grundlage für jede spätere Entscheidung über ein Verfahren, einen Preis und eine Zuständigkeit.

Ohne diesen Befund gibt es keine belastbare Verfahrenswahl, sondern nur eine Vermutung. Die Befahrung führt ein Fachbetrieb aus; wir vermitteln ihn. Ihre Anfrage geht an einen passenden Fachbetrieb, der Ihr Gebiet bedient, und ist für Sie kostenlos und unverbindlich.

Kanal-TV-Untersuchung
Die optische Inspektion einer Abwasserleitung mit einer ferngesteuerten Kamera, die durch einen vorhandenen Zugang eingeführt und durch die Leitung bewegt wird. Aufgezeichnet werden Bild, Entfernung vom Startpunkt und die Lage der Befunde.
Andere Namen für dieselbe Sache: Kamerabefahrung, Kanalinspektion, Rohrkamerauntersuchung, TV-Inspektion. Für die Kodierung der Befunde gibt es ein europäisches Regelwerk — es sorgt dafür, dass zwei Betriebe dasselbe Bild mit demselben Kürzel benennen und ein Bericht auch von Dritten gelesen werden kann.

Quelle: DIN EN 13508-2 — Zustandserfassung von Entwässerungssystemen außerhalb von Gebäuden, Teil 2: Kodiersystem für die optische Inspektion · Stand September 2026

Anlässe für eine Befahrung

Eine Befahrung wird nicht zum Vergnügen beauftragt, sondern weil eine Frage offen ist. Diese Anlässe führen zu einer Untersuchung — jeder von ihnen ist ein Anlass und noch kein Befund:

  • Eine Verstopfung, die nach der Reinigung wiederkehrt, immer an derselben Stelle.
  • Geruch im Haus oder auf dem Grundstück, der sich nicht auf einen trockenen Siphon zurückführen lässt.
  • Setzungen im Pflaster, in der Terrasse oder im Garten über dem Leitungsverlauf.
  • Ratten im Haus oder im Schacht: Tiere kommen durch eine Öffnung, die es nicht geben sollte.
  • Feuchte Stellen im Keller, für die es keine andere Erklärung gibt.
  • Ein Schreiben der Kommune, das eine Prüfung der privaten Abwasserleitung verlangt.
  • Immobilienkauf: Der Zustand der Leitungen unter dem Haus steht in keinem Exposé.
  • Vor einem Umbau, einer Aufstockung oder einer Bodenplattensanierung — danach ist der Zugang zugebaut.

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Ablauf einer Befahrung

Der Aufwand liegt in der Vorbereitung, nicht in der Kamerafahrt. Wer den Ablauf kennt, erkennt am Angebot, ob alle Schritte darin enthalten sind.

  1. 1. Unterlagen und Zugänge klären

    Der Betrieb fragt nach dem Entwässerungsplan und nach vorhandenen Schächten, Reinigungsöffnungen und Putzstücken. Fehlt beides, gehört das Suchen und Herstellen eines Zugangs zum Auftrag und sollte im Angebot stehen.

  2. 2. Leitung reinigen

    Hochdruckspülung entfernt Ablagerungen, Fett und Wurzelreste. Ohne diesen Schritt sieht die Kamera das, was in der Leitung liegt, und nicht die Rohrwand darunter.

  3. 3. Kamera einführen

    Für kurze und enge Abschnitte wird eine Schiebekamera benutzt, für längere Leitungen und größere Querschnitte ein Fahrwagen mit schwenkbarem Kopf. Welches Gerät passt, entscheidet die Zugänglichkeit und der Durchmesser.

  4. 4. Befahren und stationieren

    Die Kamera fährt den Abschnitt ab, das Bild wird aufgezeichnet und jeder Befund mit seiner Entfernung vom Einstieg festgehalten. Erst diese Zahl macht einen Befund wiederauffindbar.

  5. 5. Befunde kodieren und bewerten

    Aus den Aufnahmen entsteht der Bericht: Art des Befunds, Lage im Rohrumfang, Ausprägung. Für die Kodierung gibt es ein Regelwerk, für die Einordnung in Zustandsklassen ebenfalls.

  6. 6. Ergebnis besprechen

    Der Bericht ist kein Selbstzweck. Lassen Sie sich zeigen, welcher Befund welche Folge hat und welcher keine — nicht jeder Riss und nicht jede Wurzel führt zu einer Sanierung.

Quelle: DIN EN 13508-2 — Zustandserfassung von Entwässerungssystemen außerhalb von Gebäuden, Teil 2: Kodiersystem für die optische Inspektion · Stand September 2026

Was in den Befundbericht gehört

Der Bericht ist das Produkt, für das Sie bezahlen — die Kamerafahrt ist nur der Weg dorthin. Diese Angaben machen ihn für einen zweiten Betrieb, für die Kommune und für Sie selbst lesbar:

Was in den Befundbericht gehört
AngabeWarum sie gebraucht wird
Objekt, Auftraggeber, Datum und ausführender BetriebOhne diese Kopfdaten ist der Bericht keinem Grundstück und keinem Zeitpunkt zuzuordnen.
Bezeichnung des untersuchten Abschnitts mit Anfangs- und EndpunktSagt, welches Stück Leitung befahren wurde — und welches nicht.
Fließrichtung und Richtung der BefahrungEntscheidet, von welchem Ende aus die Entfernungsangaben zu lesen sind.
Material und Durchmesser, soweit erkennbarBestimmt mit, welche Verfahren später überhaupt infrage kommen.
Jeder Befund mit Entfernung vom Startpunkt und Lage im RohrumfangMacht den Befund wiederauffindbar; ohne die Zahl sucht der nächste Betrieb von vorn.
Kodierung nach dem einschlägigen RegelwerkZwei Betriebe benennen dasselbe Bild gleich — das ist die Grundlage jedes Vergleichs.
Zustandsbewertung, falls beauftragtOrdnet die Befunde nach Dringlichkeit ein. Sie ist eine eigene Leistung und keine Selbstverständlichkeit.
Die Aufzeichnung selbst, als DateiDer Bericht ist eine Auswahl; die Aufnahme ist das Rohmaterial und gehört Ihnen.

Quelle: DIN EN 13508-2 — Zustandserfassung von Entwässerungssystemen außerhalb von Gebäuden, Teil 2: Kodiersystem für die optische Inspektion · Stand September 2026

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Was die Kamera nicht sehen kann

Die Kamera sieht die Innenseite der Rohrwand — mehr nicht. Ein Hohlraum hinter einer undichten Muffe, ausgespültes Bettungsmaterial unter der Leitung oder eine Setzung, die noch nicht am Rohr angekommen ist, bleiben unsichtbar. Deshalb ist ein unauffälliger Befahrungsbericht eine gute Nachricht und kein Freispruch für den Untergrund.

Sie beweist auch keine Dichtheit. Eine Muffe kann auf dem Bild geschlossen aussehen und trotzdem Wasser durchlassen; umgekehrt muss ein sichtbarer Riss nicht undicht sein. Ob eine Leitung dicht ist, zeigt eine Prüfung mit Wasser oder Luft, nicht das Bild. Die beiden Untersuchungen beantworten verschiedene Fragen und werden getrennt beauftragt.

Und sie hat physische Grenzen: Steht Wasser in einem Unterbogen, endet die Sicht an der Wasseroberfläche. Enge Bögen, Querschnittswechsel und Versätze können die Fahrt vorzeitig beenden. Wenn ein Abschnitt nicht befahren werden konnte, gehört genau das in den Bericht — als Angabe, nicht als Lücke.

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Häufige Fragen

Wann ist eine Kanal-TV-Untersuchung sinnvoll?

Eine Kamerabefahrung ist der richtige Schritt, sobald eine Frage offen ist, die man von außen nicht beantworten kann: eine wiederkehrende Verstopfung, Geruch ohne erkennbare Quelle, Setzungen über dem Leitungsverlauf, Ratten, eine Aufforderung der Kommune oder ein anstehender Immobilienkauf. Sie klärt den Zustand, bevor Geld für ein Verfahren ausgegeben wird.

Muss die Leitung vor der Kamerabefahrung gereinigt werden?

Die Reinigung geht der Befahrung voraus. Auf einer ungespülten Rohrwand zeigt die Kamera Ablagerungen und Fett statt der Schäden darunter, und der Bericht wäre entsprechend wenig wert. Achten Sie darauf, dass die Reinigung im Angebot als eigene Position steht — sonst ist unklar, ob sie enthalten ist.

Ersetzt die Kamerabefahrung eine Dichtheitsprüfung?

Kamerabefahrung und Dichtheitsprüfung beantworten verschiedene Fragen und ersetzen einander nicht. Die Kamera zeigt, wie die Leitung von innen aussieht; ob sie Wasser hält, zeigt erst eine Prüfung mit Wasser oder Luft. Verlangt eine Kommune ein Prüfergebnis, ist damit nicht der Befahrungsbericht gemeint — was gefordert ist, steht in der Aufforderung.

Welche Zugänge braucht ein Betrieb für die Befahrung?

Für die Befahrung wird ein Einstieg in die Leitung gebraucht: ein Revisions- oder Kontrollschacht, eine Reinigungsöffnung oder ein Putzstück im Keller. Ist keiner vorhanden oder auffindbar, muss ein Zugang geschaffen werden — das ist eine eigene Position im Angebot und ein Grund, warum zwei Angebote weit auseinanderliegen können.

Was passiert nach der Untersuchung?

Nach der Untersuchung liegt ein Bericht vor, der die Befunde mit ihrer Lage benennt. Erst auf dieser Grundlage lässt sich entscheiden, ob überhaupt saniert wird, welches Verfahren passt und welcher Abschnitt in wessen Zuständigkeit fällt. Nicht jeder Befund führt zu einer Maßnahme — lassen Sie sich zu jedem sagen, welche Folge er hat.

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