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Kanalsanierung Fachbetriebe

Rückstau

Rückstau im Keller: was bei Starkregen passiert

Rückstau entsteht, wenn der öffentliche Kanal mehr Wasser führt, als er ableiten kann. Das Wasser steigt dann in die angeschlossenen Grundstücksleitungen und tritt dort aus, wo eine Ablaufstelle unterhalb der Rückstauebene liegt — an Bodenabläufen, Duschen, WCs und Waschbecken im Keller oder im Souterrain.

Das ist kein Schaden an Ihrer Leitung, sondern ein Zustand im Netz. Was darüber entscheidet, ob daraus ein Schaden im Gebäude wird, ist allein die Rückstausicherung: ob eine vorhanden, geeignet und funktionsfähig ist. Diese Seite erklärt die Rückstauebene, ordnet die Schutzmaßnahmen und sagt, was sich am eigenen Objekt prüfen lässt.

Rückstauebene
Die Höhe, bis zu der Abwasser im Entwässerungssystem ansteigen kann. Sie ist in der Entwässerungssatzung der Gemeinde festgelegt; wo eine Festlegung fehlt, gilt nach den technischen Regeln die Oberkante der Straße an der Anschlussstelle.
Aus dieser einen Höhe folgt der gesamte Rückstauschutz: Jede Ablaufstelle unterhalb dieser Ebene ist gefährdet und braucht eine Sicherung, jede Ablaufstelle darüber nicht. Deshalb ist die erste Frage bei jeder Rückstaufrage nicht „Wie stark war der Regen?“, sondern „Wo liegt die Rückstauebene, und welche Abläufe liegen darunter?“.

Quelle: DIN 1986-100; Entwässerungssatzung der jeweiligen Gemeinde · Stand September 2026

Die Schutzmaßnahmen und ihre Grenzen

Beide gebräuchlichen Lösungen schützen — aber nicht dieselben Räume. Die dritte Spalte ist die, an der Planungen scheitern.

Die Schutzmaßnahmen und ihre Grenzen
MaßnahmeWie sie wirktWofür sie in Frage kommtIhre Grenze
RückstauverschlussEine Klappe in der Leitung schließt, wenn Wasser aus der falschen Richtung kommtAblaufstellen in Räumen untergeordneter Nutzung, deren Nutzung sich für die Dauer des Rückstaus unterbrechen lässtSolange der Verschluss geschlossen ist, kann über diese Leitung nichts abfließen; er ersetzt keine Hebeanlage für Räume, die nutzbar bleiben müssen
Abwasserhebeanlage mit RückstauschleifeDas Abwasser wird über die Rückstauebene gehoben und fließt von dort im Gefälle abAblaufstellen in Räumen, deren Nutzung nicht unterbrochen werden kann, und für Schmutzwasser mit FeststoffenBaulicher und technischer Aufwand, Stromversorgung, Wartung — dafür bleibt der Abfluss während des Rückstaus möglich
Absperrvorrichtung mit HandbetätigungEin Schieber, der von Hand geschlossen wirdErgänzung, wo eine Bedienung sichergestellt istWirkt nur, wenn jemand da ist und rechtzeitig schließt — deshalb keine eigenständige Lösung
Keine SicherungAblaufstellen oberhalb der RückstauebeneJede Ablaufstelle unterhalb der Rückstauebene bleibt ungeschützt, unabhängig davon, ob bisher etwas passiert ist

Welche Bauart im Einzelfall zulässig und geeignet ist, hängt an der Art des Abwassers, an der Nutzung der Räume und an den Vorgaben der Satzung. Die Auswahl gehört in die Hand eines Fachbetriebs.

Quelle: DIN 1986-100; DIN EN 12056-4; DIN EN 13564 (Rückstauverschlüsse für Gebäude) · Stand September 2026

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Wenn Wasser aus dem Ablauf kommt

Die Reihenfolge ist auf Sicherheit und auf Nachweisbarkeit ausgelegt — beides zählt später.

  1. 1. Keine elektrischen Geräte im betroffenen Bereich betätigen

    Wo Wasser steht, werden Schalter, Steckdosen und Geräte nicht bedient. Ob der Stromkreis abgeschaltet werden kann, ohne den Bereich zu betreten, klären Sie am Verteiler; im Zweifel übernimmt das ein Elektrofachbetrieb.

  2. 2. Kein weiteres Abwasser einleiten

    Solange Rückstau ansteht, erhöht jede Nutzung von Waschmaschine, Dusche oder WC im Gebäude die Menge, die keinen Weg hat.

  3. 3. Zustand dokumentieren

    Fotos und ein Video vor dem Aufräumen, mit Blick auf die austretende Stelle und den Wasserstand. Diese Aufnahmen sind später die Grundlage jeder Aufstellung — der Zustand lässt sich nicht wiederherstellen.

  4. 4. Schaden melden

    Ob und über welchen Vertrag ein Rückstauschaden erfasst ist, hängt an den vereinbarten Bedingungen. Melden Sie den Vorgang bei Ihrem Versicherer, ohne den Ausgang vorwegzunehmen, und fragen Sie, was Sie vor der Beseitigung abstimmen müssen.

  5. 5. Rückstausicherung prüfen lassen

    Danach steht die technische Frage an: Gibt es eine Sicherung, ist sie für diese Ablaufstelle geeignet, hat sie geschlossen, ist sie gewartet? Das prüft ein Fachbetrieb am Bauteil.

  6. 6. Leitung befahren lassen

    Wenn unklar ist, wo das Wasser eingetreten ist und wie die Leitungen verlaufen, klärt das die Befahrung — zugleich zeigt sie, ob die Leitung selbst Befunde aufweist.

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Warum Rückstausicherungen gewartet werden müssen

Ein Rückstauverschluss ist ein bewegliches Bauteil in einer Abwasserleitung. Seine Klappe muss frei beweglich sein und sauber auf ihrer Dichtfläche aufliegen. Beides ist in einer Abwasserleitung nicht selbstverständlich: Ablagerungen legen sich auf die Dichtfläche, ein Feststoff kann die Klappe blockieren, eine Dichtung altert.

Eine Sicherung, die im Ernstfall nicht schließt, ist schlechter als keine — weil sich niemand um Alternativen gekümmert hat. Deshalb gehört die wiederkehrende Kontrolle zur Anlage, ebenso wie die Frage, ob das Bauteil überhaupt für die Art des Abwassers an dieser Stelle zugelassen ist.

Bei einer Hebeanlage kommen weitere Punkte hinzu: Sie braucht Strom, sie hat bewegliche Teile, und sie hat eine Rückstauschleife, die richtig ausgeführt sein muss. Lassen Sie sich bei der Wartung ein Protokoll geben — es ist der einzige Beleg dafür, dass die Anlage geprüft wurde.

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Was Sie am eigenen Objekt prüfen können

Diese Punkte lassen sich ohne Fachkenntnis klären und beantworten die Hälfte der Fragen, die ein Betrieb sonst vor Ort stellt:

  • Welche Ablaufstellen liegen im Keller oder im Souterrain — Bodenablauf, Dusche, WC, Waschbecken, Ablauf der Waschmaschine?
  • Gibt es eine Rückstausicherung, und wenn ja: Wo sitzt sie, und um welche Bauart handelt es sich?
  • Wann wurde sie zuletzt geprüft oder gewartet, und liegt darüber ein Protokoll vor?
  • Steht die Rückstauebene in der Entwässerungssatzung Ihrer Gemeinde, und wo liegt sie im Verhältnis zu Ihrem Kellerfußboden?
  • Ist im Entwässerungsplan eine Sicherung eingezeichnet, die vor Ort nicht auffindbar ist?
  • Gab es bereits Ereignisse, und was ist damals wo ausgetreten?

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Häufige Fragen

Wie entsteht Rückstau im Keller?

Rückstau entsteht, wenn der öffentliche Kanal mehr Wasser führt, als er ableiten kann, und das Wasser deshalb in die angeschlossenen Grundstücksleitungen zurücksteigt. Es tritt dort aus, wo eine Ablaufstelle unterhalb der Rückstauebene liegt — an Bodenabläufen, Duschen und WCs im Keller. Nicht die Leitung ist dann schadhaft, sondern die Sicherung fehlt oder wirkt nicht.

Was ist die Rückstauebene?

Die Rückstauebene ist die Höhe, bis zu der Abwasser im Entwässerungssystem ansteigen kann. Sie wird in der Entwässerungssatzung der Gemeinde festgelegt; fehlt eine Festlegung, gilt nach den technischen Regeln die Oberkante der Straße an der Anschlussstelle. Jede Ablaufstelle unterhalb dieser Höhe braucht eine Rückstausicherung.

Reicht eine Rückstauklappe im Keller aus?

Ein Rückstauverschluss kommt für Ablaufstellen in Räumen untergeordneter Nutzung in Frage, deren Nutzung sich für die Dauer des Rückstaus unterbrechen lässt — denn solange er geschlossen ist, kann über diese Leitung nichts abfließen. Für Räume, die nutzbar bleiben müssen, ist eine Abwasserhebeanlage mit Rückstauschleife die technisch vorgesehene Lösung. Welche Bauart zulässig ist, hängt zusätzlich an der Art des Abwassers.

Wer haftet für einen Rückstauschaden?

Die Verantwortung für den Schutz der eigenen Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene liegt grundsätzlich bei der Eigentümerseite; die Entwässerungssatzungen der Gemeinden enthalten dazu eigene Bestimmungen. Ob und in welchem Umfang ein Versicherungsvertrag einen Rückstauschaden erfasst, richtet sich nach den vereinbarten Bedingungen. Prüfen Sie beides — die Satzung und Ihre Vertragsunterlagen.

Wie oft muss eine Rückstausicherung gewartet werden?

Eine Rückstausicherung ist ein bewegliches Bauteil in einer Abwasserleitung und braucht deshalb wiederkehrende Kontrolle: Die Klappe muss frei beweglich sein, die Dichtfläche sauber, die Dichtung intakt. In welchem Abstand das zu geschehen hat, ergibt sich aus der Herstellerangabe zum eingebauten Bauteil und aus den technischen Regeln — lassen Sie sich über jede Wartung ein Protokoll geben.

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