Daten
Kanalsanierungs-Kostenreport
Der Preis einer Kanalsanierung entsteht nicht aus einem Meterpreis, sondern aus acht Größen: Verfahren, Länge, Nennweite, Verlegetiefe, Zugänglichkeit, Zahl der Abzweige, Zustand vor der Sanierung und Wiederherstellung der Oberfläche darüber. Eine einzelne Zahl ohne diese acht Angaben ist nicht vergleichbar — auch dann nicht, wenn sie aus einer Statistik stammt.
Dieser Report legt offen, wie Preisangaben zustande kommen und woran sie hängen. Er nennt die Positionen, die in jedem Angebot getrennt stehen sollten, und die Fragen, mit denen Sie zwei Angebote auf dieselbe Grundlage bringen. Eine Zahl ist hier nur dann brauchbar, wenn Grundgesamtheit, Erhebungszeitraum und die Abgrenzung nach Verfahren und Region danebenstehen — ohne sie vergleichen Sie sie mit einem Angebot, das auf ganz anderer Grundlage gerechnet ist.
- Einheitspreis
- Der Preis für eine Mengeneinheit einer Leistung — etwa für den laufenden Meter Schlauchliner in einer bestimmten Nennweite. Multipliziert mit der aufgemessenen Menge ergibt er die Position im Angebot und später in der Rechnung.
- Der Gegensatz ist der Pauschalpreis: ein fester Betrag für ein beschriebenes Ergebnis, unabhängig von der tatsächlichen Menge. Beides ist zulässig, aber eine Pauschale ohne vorherige Befahrung setzt voraus, dass jemand Länge, Zustand und Abzweige bereits kennt. Fehlt der Befund, steht die Menge im Angebot als Annahme — und Annahmen werden nachträglich korrigiert.
Die acht Größen, an denen der Preis hängt
Sie stehen in der Reihenfolge, in der sie sich beim Aufmaß ergeben. Wer sie zu seinem Vorhaben beantworten kann, bekommt vergleichbare Angebote.
| Größe | Warum sie den Preis bewegt | Woher der Wert kommt |
|---|---|---|
| Verfahren | Grabenlose Auskleidung, punktuelle Reparatur, Erneuerung im Berstverfahren und offene Bauweise unterscheiden sich in Technik, Kolonnenstärke und Bauzeit | Folgt aus dem Befund, nicht aus dem Wunsch |
| Länge des Abschnitts | Reinigung, Befahrung und Auskleidung werden je laufendem Meter abgerechnet | Aufmaß bei der Befahrung, von Schacht zu Schacht |
| Nennweite | Material und Technik richten sich nach dem Durchmesser; große Nennweiten brauchen anderes Gerät | Befund oder Bestandsplan |
| Verlegetiefe | Bei offener Bauweise bestimmt sie Aushubmenge, Verbau und Wiederverfüllung | Schachttiefe, Bestandsplan, Sondierung |
| Zugänglichkeit | Ob über einen Schacht, eine Revisionsöffnung im Keller oder erst nach Öffnen der Bodenplatte gearbeitet wird | Ortsbesichtigung |
| Zahl und Art der Abzweige | Nach dem Auskleiden müssen Zuläufe wieder geöffnet werden — je Stück, mit Fräsroboter | Befahrung, mit Meterangabe je Abzweig |
| Zustand vor der Sanierung | Reinigung, Wurzelfräsen, Ablagerungen und Versatz sind Vorleistungen, ohne die kein Verfahren beginnt | Befund, mit Bild und Meterangabe |
| Wiederherstellung der Oberfläche | Pflaster, Asphalt, Rasen oder Kellerboden kosten je Quadratmeter unterschiedlich viel | Ortsbesichtigung; bei öffentlicher Verkehrsfläche zusätzlich die Auflagen der Kommune |
Nebenkosten kommen hinzu und gehören ebenfalls einzeln ins Angebot: Baustelleneinrichtung, Wasserhaltung, Entsorgung des Spülguts, Verkehrssicherung und Genehmigungen für Arbeiten im öffentlichen Verkehrsraum.
Positionen, die getrennt ausgewiesen gehören
Zehn Zeilen, die in einer Summe verschwinden können — und dann zwei Angebote unvergleichbar machen.
- Anfahrt und Baustelleneinrichtung.
- Hochdruckreinigung, je laufendem Meter.
- TV-Befahrung mit Befundbericht, je laufendem Meter.
- Sanierungsverfahren, je laufendem Meter und Nennweite.
- Öffnen der Abzweige nach dem Auskleiden, je Stück.
- Schachtarbeiten, je Schacht oder je Höhenmeter.
- Erdarbeiten bei offener Bauweise, je Kubikmeter, mit Angabe zu Verbau und Wasserhaltung.
- Wiederherstellung der Oberfläche, je Quadratmeter und Belagsart.
- Entsorgung von Spülgut und Aushub, je Tonne oder Kubikmeter.
- Abschlussdokumentation und, falls beauftragt, Abnahmeprüfung.
Zwei Angebote vergleichbar machen
Vier Angleichungen, nach denen eine Differenz zwischen zwei Summen tatsächlich etwas über den Preis aussagt.
1. Dieselbe Leistungsbeschreibung
Derselbe Abschnitt, dasselbe Verfahren, dieselbe Nennweite. Bietet ein Betrieb ein anderes Verfahren an, ist das kein günstigeres Angebot, sondern ein anderes — und der Unterschied gehört begründet.
2. Dieselbe Menge
Dasselbe Aufmaß, von Schacht zu Schacht, mit denselben Meterangaben aus demselben Befund. Unterschiedliche Längen erklären fast jede Preisdifferenz von selbst.
3. Dieselben Nebenleistungen
Reinigung, Entsorgung, Wiederherstellung, Verkehrssicherung: enthalten oder nicht. Ein Angebot ohne Wiederherstellung ist billiger und die Baustelle danach offen.
4. Dieselben Nachweise am Ende
Abschlussbefahrung, Protokoll, gegebenenfalls Abnahmeprüfung. Was am Ende geliefert wird, gehört in das Angebot — nicht in die Schlussrechnung.
Wie eine Preisangabe belegt sein muss
Sieben Angaben machen eine Preiszahl nachrechenbar: die Grundgesamtheit, aus der sie stammt; der Erhebungszeitraum; ob sie sich auf Angebote oder auf Schlussrechnungen bezieht; ob sie netto oder brutto ist; das Verfahren; die Nennweite; und die Region. Fehlt eine davon, lässt sich die Zahl nicht auf ein konkretes Vorhaben übertragen.
Das ist kein akademischer Vorbehalt. Eine Spanne aus Angeboten liegt naturgemäß anders als eine aus Schlussrechnungen, weil zwischen beiden das Aufmaß und die Nachträge liegen. Eine Spanne über alle Verfahren hinweg vermischt eine punktuelle Reparatur mit einer aufgegrabenen Neuverlegung. Und eine Spanne ohne Region vermischt Bodenverhältnisse und Lohnniveaus, die nichts miteinander zu tun haben.
Wer eine Zahl zitiert findet — in einem Forum, in einem Ratgeber, in einem Angebot als Vergleichswert — kann sie an diesen sieben Angaben messen. Was übrig bleibt, ist dann keine Zahl mehr, sondern eine Größenordnung. Auch das ist eine brauchbare Auskunft, solange sie als solche auftritt.
Häufige Fragen
Warum weichen zwei Angebote so stark voneinander ab?
Zwei Angebote sind erst dann vergleichbar, wenn ihnen dieselbe Leistungsbeschreibung, dieselbe aufgemessene Menge und dieselben Nebenleistungen zugrunde liegen. Weicht eine dieser drei Größen ab, kann sie die Differenz allein erklären. Nachsehen lohnt zuerst bei Reinigung, Entsorgung und Wiederherstellung der Oberfläche.
Ist ein Pauschalpreis besser als Einheitspreise?
Einheitspreise werden mit der aufgemessenen Menge abgerechnet, ein Pauschalpreis mit dem vereinbarten Betrag. Die Pauschale trägt, wenn Länge, Zustand und Abzweige durch eine Befahrung bekannt sind. Ohne Befund verlagert sie das Mengenrisiko in einen Betrag, der auf einer Annahme beruht.
Welche Angaben braucht eine belastbare Preisstatistik?
Eine belastbare Preisangabe nennt Grundgesamtheit, Erhebungszeitraum, Abgrenzung nach Verfahren und Nennweite, Region und die Angabe, ob sie sich auf Angebote oder auf Schlussrechnungen bezieht — netto oder brutto. Fehlt eine dieser Angaben, lässt sich die Zahl nicht auf ein konkretes Vorhaben übertragen.
Enthält dieser Report Zahlen?
Preisspannen stehen in diesem Report erst, wenn zu jeder Zahl Grundgesamtheit, Erhebungszeitraum und Abgrenzung nach Verfahren und Region mitgeliefert werden können. Bis dahin beschreibt er die Größen, die den Preis bewegen, und die Positionen, an denen Angebote vergleichbar werden.