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Kanalsanierung Fachbetriebe

Zugang zur Leitung

Schachtsanierung: Kontroll- und Revisionsschächte instand setzen

Ein Revisionsschacht ist die Stelle, an der eine Abwasserleitung zugänglich wird: Von hier aus wird gespült, befahren und saniert. Ist der Schacht selbst schadhaft, tritt an ihm Wasser aus oder ein — und gleichzeitig verliert die Leitung ihren Zugang.

Die Schachtsanierung ist deshalb keine Nebenarbeit, sondern die Voraussetzung für alles Weitere. Sie reicht vom Austausch einer Abdeckung über das Abdichten und Auskleiden bis zum vollständigen Ersatz des Bauwerks.

Revisionsschacht
Ein begeh- oder einsehbares Bauwerk in einer Abwasserleitung, das den Zugang zur Leitung herstellt: für Reinigung, Kamerabefahrung, Sanierung und für die Feststellung, in welchem Abschnitt eine Störung liegt.
Im Sprachgebrauch stehen „Revisionsschacht“, „Kontrollschacht“ und „Inspektionsschacht“ nebeneinander; gemeint ist die gleiche Funktion. Auf privaten Grundstücken kommen kleine, nur einsehbare Schächte und begehbare Bauwerke vor. Bestandteile sind Schachtboden mit Gerinne, Schachtwand aus Beton, Mauerwerk oder Kunststoff, Konus oder Abdeckplatte und die Abdeckung an der Oberfläche.

Schadensbilder am Schacht und was sie bedeuten

Die Befahrung endet am Schacht, die Zustandserfassung fängt dort an. Diese fünf Bilder tauchen im Befund auf:

Schadensbilder am Schacht und was sie bedeuten
BefundWas dahinterstecktWas daraus folgt
Undichte Fugen und AnschlüsseBewegung im Baugrund, gealterte Dichtungen, unsauber eingebundene LeitungenWasser tritt aus oder ein; Abdichtung der Fugen oder Auskleidung des Schachts
Angegriffene SchachtwandChemischer Angriff aus dem Abwasser, besonders in der Zone über dem WasserspiegelBeschichtung oder Auskleidung, bei fortgeschrittenem Zustand Ersatz
Beschädigtes GerinneVerschleiß der Sohle, an der das Abwasser durch den Schacht geführt wirdNeuaufbau des Gerinnes; ein defektes Gerinne begünstigt Ablagerungen
Loser oder gebrochener KonusSetzungen, Verkehrslast, FrostAustausch des oberen Schachtteils; bis dahin Absturzgefahr an der Öffnung
Klappernde oder abgesackte AbdeckungAuflager gesetzt, Rahmen gelockert, falsche Belastungsklasse verbautAuflager neu herstellen, Abdeckung passend zur Verkehrslast ersetzen

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Die Verfahren am Schacht

Bei kleineren Schäden wird abgedichtet und beschichtet: Fugen und Anschlüsse werden geschlossen, die Innenfläche erhält einen Auftrag, der die Wand vor weiterem Angriff schützt. Voraussetzung ist ein Untergrund, der trägt — das entscheidet die Prüfung vor Ort und nicht der erste Eindruck.

Bei größeren Schäden wird ausgekleidet: In den vorhandenen Schacht kommt ein Innenschacht oder eine Auskleidung, die das Bauwerk von innen neu bildet. Der lichte Querschnitt wird dabei kleiner, das alte Bauwerk bleibt als Hülle im Boden.

Ist der Schacht insgesamt nicht mehr tragfähig oder liegt er ungünstig, wird er ersetzt. Das ist eine Erdbaumaßnahme mit Aushub, neuem Bauwerk, Anbindung der Leitungen und Wiederherstellung der Oberfläche — dann gelten dieselben Kostenblöcke wie bei der offenen Bauweise.

Was den Preis am Schacht bewegt

Sechs Größen, die in jedem Angebot für eine Schachtsanierung wiederkehren:

  • Tiefe und lichte Weite des Schachts — sie entscheiden, ob von oben oder im Schacht gearbeitet wird.
  • Der Werkstoff der Schachtwand und ihr Zustand: Beton, Mauerwerk oder Kunststoff verhalten sich unterschiedlich.
  • Zahl und Zustand der einbindenden Leitungen, die abgedichtet oder neu angebunden werden.
  • Ob das Gerinne erhalten bleibt oder neu aufgebaut wird.
  • Die Lage: im Grünbereich, in einer befahrenen Fläche oder im öffentlichen Verkehrsraum.
  • Die Abdeckung: gleiche Bauart ersetzen oder auf eine andere Belastungsklasse wechseln.

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Wenn gar kein Schacht vorhanden ist

Auf älteren Grundstücken gibt es Leitungen ohne jede Zugangsstelle. Dann ist die erste Maßnahme nicht die Sanierung, sondern das Herstellen eines Zugangs: Die Leitung wird an einer geeigneten Stelle freigelegt und ein Schacht gesetzt.

Das kostet einmal Erdarbeit und Oberflächenwiederherstellung — und ändert danach dauerhaft etwas: Die Leitung wird spülbar, befahrbar und im Störungsfall abschnittsweise prüfbar. Wer nur einmal saniert und den Zugang danach wieder verschließt, zahlt bei der nächsten Kontrolle erneut für die Öffnung.

Wo ein Schacht gesetzt werden darf und welche Anforderungen an Abdeckung und Ausführung gelten, ergibt sich aus der kommunalen Entwässerungssatzung und aus der Lage der Fläche. Bei Flächen, die befahren werden, ist die Belastungsklasse der Abdeckung ein eigener Punkt im Angebot.

Häufige Fragen

Was kostet eine Schachtsanierung?

Die Kosten einer Schachtsanierung hängen an sechs Größen: Tiefe und Weite des Schachts, Werkstoff und Zustand der Wand, Zahl der einbindenden Leitungen, Zustand des Gerinnes, Lage der Fläche und Art der Abdeckung. Zwischen dem Austausch einer Abdeckung und dem Ersatz des ganzen Bauwerks liegen entsprechend große Unterschiede. Ein belastbarer Preis entsteht nach der Besichtigung.

Wann muss ein Revisionsschacht saniert werden?

Ein Revisionsschacht ist sanierungsbedürftig, wenn Wasser durch Fugen oder Anschlüsse aus- oder eintritt, die Wand angegriffen ist, das Gerinne beschädigt ist, der Konus sich gelöst hat oder die Abdeckung nicht mehr sicher aufliegt. Alle fünf Bilder werden bei einer Zustandserfassung mit erfasst — der Schacht gehört in denselben Befund wie die Leitung.

Kann ein Schacht saniert werden, ohne ihn auszugraben?

Schächte lassen sich von innen sanieren, solange das Bauwerk tragfähig ist: durch Abdichten der Fugen, durch Beschichten der Innenfläche oder durch das Einbringen einer Auskleidung beziehungsweise eines Innenschachts. Der lichte Querschnitt wird dabei kleiner. Ist das Bauwerk nicht mehr tragfähig oder liegt es ungünstig, bleibt nur der Ersatz mit Aushub.

Darf ich meinen Schacht selbst öffnen?

Das Anheben einer Abdeckung ist mit dem passenden Werkzeug möglich, das Einsteigen dagegen nicht ohne Weiteres: In Schächten können sich Gase sammeln, und der Einstieg setzt Sicherungsausrüstung und eine zweite Person voraus. Für Arbeiten im Schacht ist ein Betrieb mit der dafür nötigen Ausrüstung zuständig. Eine offene Schachtöffnung ist bis zum Verschließen zu sichern.

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